Sauerlandibus
Sauerlandibus = für alle Sauerländer                                       

Kriegsende 1945 im Raum Winterberg

 „Die Bewohner des Landkreises Brilon erlebten im Frühjahr 1945 jene Endphase des unglückseligen zweiten Weltkrieges unmittelbar mit, in der die letzten deutschen Kampfdivisionen vom Mittel-  und Unterrhein her in dem so genannten Ruhrkessel vernichtet wurden.“ (Auszug aus dem Vorwort: Hugo Cramer, Der Landkreis Brilon im zweiten Weltkrieg). Die Kreisverwaltung hatte den pensionierten Realschuldirektor Hugo Cramer aus Niedersfeld beauftragt, diese außergewöhnlichen Ereignisse für die Nachwelt schriftlich niederzulegen. Cramer hat in allen Städten und Dörfern mit Hilfe der Ortsbürgermeister die wichtigsten Aussagen gesammelt, sie in einen zeitlichen Zusammenhang gebracht und alles  in einem Bericht formuliert. Damit haben wir für jede Gemeinde des Altkreises Brilon eine recht genaue Darstellung der Ereignisse jener schrecklichen Zeit. 

Am 24. März 1945 setzten die alliierten Armeen zur Einkreisung des Ruhrgebietes an. Im Süden stieß die 1. amerikanische Armee unter General Hodge aus dem am 9. März eroberten Brückenkopf Remagen vor. Die 9. amerikanische Armee, die zwischen Walsum und Voerde über den Rhein ging, rückte über Hamborn, Duisburg-Ruhrort auf der Nordseite des Rhein-Herne-Kanals nach Osten vor, um so das Ruhrgebiet von Norden einzukreisen. Beide Armeen trafen sich am 1. April im Raum Lippstadt und schlossen so den Ruhrkessel. Die Armee des Generals Hodge war am 28. März bis Marburg vorgestoßen und setzte am folgenden Tag mit der Richtung auf Brilon zur Eroberung des Hochsauerlandes an. Bei dem Kampf um die Passhöhe bei Winterberg versuchte Generalfeldmarschall Model den Amerikanern den Übergang über das Rothaargebirge streitig zu machen. So wurden Ostern, 1. April bis Weißer Sonntag, 8. April, für viele Sauerlanddörfer zu Erinnerungstagen an schwerste Kriegsnot.

Wie Siedlinghausen die letzten Kriegstage erlebte. Hörbeitrag entnommen aus Hugo Cramer „Der Landkreis Brilon im zweiten Weltkrieg“.

Neben den Berichten aus den einzelnen Gemeinden hat Cramer auch die Namen der gefallenen oder vermissten Soldaten des 2. Weltkrieges mit Namen, Vornamen, Funktion, Geburts-/ Sterbedatum und Sterbeort für alle Gemeinden erfasst. Aus Siedlinghausen nennt er 91 Personen. Ebenfalls  hat er die durch Kriegseinwirkung verstorbenen Zivilpersonen erfasst.

In den Siedlinghauser Heimatstuben liegen noch 2 Exemplare der genannten Bücher von Hugo Cramer vor. Bei Interesse können sie eingesehen oder für Ihren Ort kopiert werden. Bitte melden Sie sich über „Kontakt“ (s. home unten).