Sauerlandibus
Sauerlandibus = für alle Sauerländer                                       

Das Sauerland als frühes Industrieland

 Jahrhunderte lang war das Sauerland ein Standort der Kleineisenindustrie. Die Gewinnung von Erzen, Blei in Ramsbeck, Kupfer in Marsberg und  Eisenerze in Brilon, Olsberg und Siedlinghausen waren eine Voraussetzung, die Energiequellen Wasserkraft und Holzkohle eine zweite. Hatte man zuerst für den Eigenbedarf Sensen, Nägel, Hufeisen, Messer und viele andere Kleineisenteile geschmiedet und gehämmert, so wurde schon früh auch für den Verkauf produziert. Den Verkauf der Waren übernahm der Wanderhandel. 

Achtung: Dieser Film wurde versehentlich zweimal hintereinander hochgeladen und wird so auch hier wiedergegeben. Stoppen Sie nach ca. 11. Minuten, denn danach läuft der gleiche Film noch einmal ab!


Der Nagelschmied

zog ein im Schmiedefeuer zur Weißglut bei ca. 1350 °C erhitztes vierkantiges Stabeisen durch Schmieden und Gegenschmieden auf einem Amboss aus, so dass es zum Ende hin konisch geformt und angespitzt wird. Anschließend trennte er (Abschroten) den Stab und steckte den angefangenen Nagel mit der Spitze voraus in eines der Löcher am Amboss oder in das daran befestigte (angeschlagene) geißfußförmige Nageleisen und stauchte das überstehende Ende zur gewünschten Kopfform. Manchmal kam dabei noch ein Gegengesenk zum Einsatz, um eine spezielle Form, z. B. einen perfekten Rundkopf zu erzeugen. Nach Fertigstellung erleichterte ein kräftiger Hammerschlag auf den Amboss bzw. auf das Nageleisen oder Abschrecken mit Wasser das Herausnehmen des Nagels aus dem Vierkantloch. Kleinere Nägel wurden in einer Wärme, d. h. in einem Arbeitsgang geschmiedet.

Ein geschickter Nagelschmied erbrachte ein Tagespensum von bis zu 2000 Schuhnägeln. Für einen Nagel waren – je nach Nagelsorte – 15 bis 60 Schläge erforderlich, für beispielsweise große Schiffsnägel auch wesentlich mehr.

 Die Bruchhauser Nagelschmiede, Hörbeitrag, 10:00 Min