Sauerlandibus
Sauerlandibus = für alle Sauerländer                                       

Der Bergsee in seiner wechselvollen Geschichte

Archenpapa (nachgezeichnet)

Jahrhunderte lang ragte aus dem Gipfel des Meisterstein bei Siedlinghausen/Silbach ein weithin sichtbarer Diabasfelsen hervor. Vor etwa 300 Millionen Jahren durch Vulkantätigkeit entstanden hatte sich durch Verwitterung des Randgesteins seine bizarre Form gebildet. Im Volksmund wurde er ehrfürchtig „Archenpapa“ genannt und war zur heidnischen Sachsenzeit Treffpunkt mystischer Feiern.

Signalhorn Steinbruch

1930 wurde gegen den Widerstand der Bevölkerung mit dem Abbau dieses markanten Felsens begonnen, sein Material diente dem Straßenbau und besonders dem Bahntrassenbau.  Bis tief in den Berg hinein fraßen sich die Bohrer. In die 10 bis12 m tiefe Mulde strömte Grundwasser, ein kristallklarer See entstand, heute als „Bergsee“ bekannt. In diesem ehemaligen Tagebau, der sich westlich unterhalb des heutigen Berggipfels ausbreitet, hat sich durch Niederschlagswasser ein etwa 7 bis maximal 9 m tiefer See gebildet, dessen Wasseroberfläche auf 557,3 m Höhe liegt. Heute wird das Stillgewässer zum Tauchen und die Steilwände zum Bergklettern genutzt.

 Auf dem Friedhof in Siedlinghausen befindet sich ein Gräberfeld mit 25 einfachen Steinplatten, auf denen Namen russischer Zwangsarbeiter stehen. Sie sind alle in den Jahren 1941 bis 1945 zu Tode gekommen. Nur auf zwei Platten steht neben dem Todesjahr auch das Geburtsjahr, die beiden Männer wurden 23 Jahre und 33 Jahre alt. Es ist anzunehmen, dass auch die anderen Arbeiter in relativ jungen Jahren starben.

Während des 2. Weltkrieges hatte die deutsche Regierung als Ersatz für die im Krieg befindlichen Männer und Frauen aus vielen besetzten Ländern (besonders Polen und Russland) junge Menschen verschleppt. Die Zwangsarbeiter/innen wurden in allen notwendigen Bereichen eingesetzt, in der Waffenproduktion, in der Landwirtschaft und – wie in Siedlinghausen – auch in Steinbrüchen. In einem der beiden Steinbrüche behandelte man die jungen Menschen laut mehrerer Zeugenaussagen so schlecht, dass sie an den Strapazen früh verstarben oder auf der Flucht erschossen wurden. Die Menschenverachtung ging sogar so weit, dass man sie außerhalb des Dorfes in der Nähe der Müllkippe verscharrte. Ihre sterblichen Überreste wurden erst später auf dem Friedhof in einem eigenen Gräberfeld beigesetzt.

 Später war der „Bergsee“ beliebt bei Wanderern und Bergsteigern. Der Bergsee ist von Silbach und Siedlinghausen aus erreichbar, die Wege dorthin sind ausgeschildert. Auch mit dem Auto gelangt der Besucher bis nahe an die Bergkuppe und steigt schließlich über einen rustikalen Stufenaufgang auf eine gesicherte Plattform. Von dort genießt er einen herrlichen Blick auf den See. 


Der Bergsee im Sauerland


 

Der Bergsee im Winter