Sauerlandibus
Sauerlandibus = für alle Sauerländer                                       

Wasserkraft

Du kannst Dich vorher in einem kurzen Video über "Wasserkraft allgemein" informieren


  Das Sauerland ist als regenreich bekannt. Seinen Namen verdankt es wahrscheinlich eben diesem Umstand. Denn das alte Wort „sauer“ bedeutet soviel wie sumpfig oder feucht und wird heute noch verwendet in Begriffen wie „Sauere Wiese“, heißt feuchte Wiese oder „Saures Ufer“, heißt feuchtes Ufer. Der Regenreichtum hat aber den Vorteil, dass unendlich viele Bäche und Flüsse das Land durchziehen und in dem hohen Bergland für starkes Wassergefälle sorgt.
  Unsere Vorfahren haben Jahrhunderte lang die Wasserkraft zur Energiegewinnung genutzt. An den Flussläufen gab es unzählige Wasserräder, deren Kraft den verschiedensten Zwecken diente. Zuerst sind hier die Kornmühlen zu nennen, die mit Mühlsteinen das Korn zu Mehl mahlten. Viel häufiger gab es aber andere wasserbetriebene Anlagen. Im Mittelalter schon trieben Wasserräder Blasebälge an, die in den Eisenschmelzöfen für die nötige Glut und Hitze sorgten. Wasserkraft hob die schweren Eisenhämmer an, die das Roheisen zu schmiedbarem Eisen bearbeitete, das später in den Dorfschmieden auch mit Wasserkraft zu Hufeisen, Sensen, Gabeln, Pflugscharen und Nägeln weiterverarbeitet wurde. Die Sägewerke hätten ohne Wasserkraft die Mengen an Bau- und Grubenholz nicht bearbeiten können und auch die Drechslereien wären ohne Wasserkraft nicht zu betreiben gewesen. Schließlich wurde in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts Strom mit Wasserkraft erzeugt. Viele Dörfer hatten ihre eigene Stromversorgung, bis die großen Stromerzeuger aus dem Ruhrgebiet die kleinen Stromversorger aufkauften und ein landesweites Stromnetz aufbauten.

 In die Flüsse baute man Stauwehre ein, die unterschiedlich stark geöffnet oder geschlossen werden konnten und in den künstlich angelegten Mühlengräben für gleichbleibende Wassermenge sorgten. Nicht selten bezogen mehrere Betriebe aus einem Graben ihre Energie. Allein in Siedlinghausen werden im Laufe der Jahrhunderte, wenn man an die Hüttenbetriebe, an die Eisenhämmer oder an die Drechslereien denkt, an die hundert Betriebe existiert haben, die mit Wasserkraft arbeiteten. Aus dem vorigen Jahrhundert sind vielen noch bekannt das Elektrizitätswerk, die Schiefergrube Scaevola, Schmidt Mühlen, die Sägewerke Stinnes und Steinrücke, die Möbelfabrik Bette und die Pfeifenfabrik Lütteken, um nur die größten zu nennen. Sie alle nutzten die Wasserkraft direkt über Wasserrad und Transmission oder indirekt über die eigene Wasserturbine zur Stromerzeugung.
 Heute dient der Wasserreichtum des Sauerlandes der Trinkwasserversorgung des größten Ballungsraumes in Europa, dem Ruhrgebiet. Talsperren sorgen dafür, dass die Ruhr selbst in den trockensten Sommern genügend Wasser führt, um die Brunnen in den Ruhrwiesen mit sauberem Wasser zu füllen.