Sauerlandibus
Sauerlandibus = für alle Sauerländer                                       

Renninghausen, ein wüst gewordenes Dorf wird entdeckt

Neue Fundstellen bestätigen Geschichtsforschungen 

Das Sauerland ist leider nicht so reich gesegnet mit aussagekräftigen Geschichtsdokumenten oder historischen Grabungsfunden wie beispielsweise die in dieser Hinsicht bedeutsamen Städte Soest oder gar Köln. So müssen wir uns bei unseren Forschungen oft auf Vermutungen, auf Rückschlüsse aus vergleichbaren Regionen und Ereignissen, auf wenige Dokumente oder auf Erzählungen und Berichte unserer Vorfahren stützen. Doch hin und wieder fördert der Zufall Dinge zutage, welche Vermutungen und Rückschlüsse schließlich bestätigen.

Ein solcher Zufallsfund war beispielsweise die Entdeckung und Auswertung der Reste der Negerkirche durch den Geschichtsforscher Seibertz im Jahre 1853. Ein ähnlicher Zufallsfund ist die Entdeckung der Reste des Dorfes Renninghausen im oberen Negertal im Jahr 2008. Mitarbeiter des Westfälischen Amtes für Bodendenkmalpflege untersuchen zur Zeit die Stelle und haben bereits mehrere Mauerreste und Grabungsfunde entdeckt.

In vielen heimatgeschichtlichen Schriften ist von Renninghausen die Rede und von einem Brunnen oder Schacht, dem Klusenkeller. Dorf und Schacht müssen also bis zum 15. Jahrhundert existiert haben. Kein Mensch wusste aber, wo genau dieses Dorf gelegen hat. Wir kennen auch die Sage „Vom Schatz im Klusenkeller“, ebenso wie die Sage „Vom trunkenen Kuhhirt“, der den Weinvorrat der ehemaligen Negerkirche entdeckt haben soll. Wir wussten also durch Geschichten unserer Vorfahren vom Dorf und der Kirche, heute wissen wir durch Grabungsfunde, dass Dorf und Kirche tatsächlich existiert haben.

Den Anstoß zur Grabungsstelle Renninghausen gab der Winterberger Heimatforscher Rene Ahlers (Die WP berichtete). Er ist bei einer Veranstaltung der Siedlinghauser Heimatstuben anwesend, bei der über die bisherigen Grabungsergebnisse berichtet wird. Ebenso werden mittelalterliche Oberflächenfunde gezeigt und es werden die oben erwähnten Sagen vorgetragen und in ihren geschichtlichen Kontext gebracht. Termin der Veranstaltung: Sonntag, d. 16. November 2008 von 15.00 bis 18.00 Uhr in den Siedlinghauser Heimatstuben.

Der Film zeigt die Arbeiten rund um die Entdeckung dieser Fundstelle. Hier wird deutlich, dass in der Bevölkerung Jahrhunderte lang von diesem Dorf erzählt wurde. Niemand wusste aber genau, wo es gelegen haben könnte. Irgendwann entstand auch die Sage vom Klusen Keller. Sie wird hier ebenfalls eingefügt. Da der Bodenfund um das Jahr 2008 ein bedeutendes regionales Ereignis war, berichtete auch der WDR davon. Ein Ausschnitt aus der Sendung "Lokalzeit" ist beigefügt.


Klusenkeller 2.pdf (736.37KB)
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