Sauerlandibus
Sauerlandibus = für alle Sauerländer                                       

Die Sage (allgemeine Hinweise) 

 Ein Bauer lebte in großer Not. Sein Weib war schon seit Jahren krank und konnte ihm bei der Arbeit nicht mehr helfen. Auch sein Vieh wollte nicht gelingen. ... Völlig verzweifelt saß er eines Abends vor seiner Hütte, als er plötzlich leise Stimmen vernahm. „Verzage nicht, wir helfen dir!“ hörte er zwischen dem Plätschern des Baches und dem Rauschen der Blätter. Es waren die Hollen, die guten Zwerggeister, ...“

So beginnt eine Sage aus dem oberen Sauerland, die wie viele andere von den Hollen erzählen. Hollen sind Gestalten der germanischen Volkssage (s. Frau Holle). Der Name geht zurück auf die Holden (die Guten) im Gegensatz zu den Unholden. Hollen sind danach gute Zwerggeister, die den Menschen in Notsituationen helfen. Sie schaffen in der Nacht so flink und fleißig, dass am Morgen alle Arbeit getan ist. Eines aber muss der Beschenkte streng beachten: Er darf die Hollen nicht verraten oder sich gar über sie lustig machen. Versucht der Mensch sie auszunutzen, wird er dafür bestraft.

Vielerorts erinnert man sich zur Zeit der Geschichten unserer Vorfahren. Man nutzt sie, um touristische Vorhaben interessant und anschaulich zu machen. Beispielhaft genannt seien der neue Sagen- und Mythenweg in Züschen oder der Hollenmarsch in Bödefeld. Bei soviel öffentlicher Darstellung bietet es sich an, auch Kinder und Jugendliche für die Heimatgeschichte zu interessieren.

Die Sage ist eine mündlich wiedergegebene volkstümliche Erzählung, die in allen Kulturen anzutreffen ist. Anders als dem Märchen liegt ihr eine wirkliche Begebenheit an einem realen Ort zugrunde. Sagen sind eng an ihre Entstehungsregion gebunden. Durch die übliche mündliche Weitergabe entstanden viele verschiedene Variationen ähnlichen Inhalts.

Da die Sage nicht nur der volkstümlichen Unterhaltung dient, sondern auch historisches Wissen übermittelt, wird sie wichtig für die Bildung regionaler und nationaler Identitäten. Erst unter dem Einfluss der nationalen Strömungen begann man in Deutschland zu Beginn des 19. Jahrhunderts mit der gezielten Sammlung und Herausgabe von Sagen. Ähnlich wie bei den Märchen haben sich hier die Brüder Grimm mit ihren Deutschen Sagen von 1816/18 oder auch Ludwig Bechstein mit seinen eigenständigen Bearbeitungen von Sagenstoffen verdient gemacht. Sagenhafte Elemente sind seitdem in andere Erzählformen eingegangen, wie zum Beispiel in Theodor Storms Schimmelreiter von 1888 oder Gerhart Hauptmanns Der arme Heinrich von 1902. Wie auch Märchen und Mythen werden die Sagen in der Gegenwart von verschiedenen Schriftstellern teils für Kinder, teils für Erwachsene nacherzählt. Auch spielen Neueditionen von Sagen im Zuge der Entwicklung eines Regionalbewusstseins heute wieder eine größere Rolle. 

Sauerländer Sagen

10 Sauerländische Sagen wurde aus alten Vorlagen gesammelt, neu geschrieben und erzählt. Sie liegen auch in einer Broschüre vor, gedruckt und von Frau Dr. Johanna Kunk liebevoll illustriert. In den Siedlinghauser Heimatstuben können Interessierte sie einsehen und gegen eine freiwillige Spende mitnehmen. 

Ebenso liegen auch CD vor mit den Aufnahmen aller hier vorgestellten Sagen. Auch die können Sie gern gegen eine Spende mitnehmen.


Vorinformation "Sauerländische Sagen

01 Der unbesonnene Bauer

02 Der trunkene Kuhhirte

03 Der Schatz im Klusen Keller

04 Das Hirtenmädchen im Reich der Zwerge

05 Die treulose Nonne

06 Die stolze Gräfin

07 Das rote Kreuz von Züschen 

08 Das zweite Gesicht

09 Der starke Hermann

 10 der übermütige Schäfer

Abschlussmelodie