Sauerlandibus
Sauerlandibus = für alle Sauerländer                                       

Sauerländer Schiefertradition

Schiefer hat im Sauerland Jahrhunderte lang eine große Rolle gespielt. Bis 1800 waren allerdings nur Burgen, Schlösser und Kirchen mit Schiefer gedeckt, die Häuser und Hütten des gewöhnlichen Volkes hatten Strohdächer. Eine Folge davon waren häufige Brände. Winterberg hat allein zwei große Stadtbrände erlebt. Im Laufe des 19. Jahrhunderts setzte sich Schiefer immer mehr durch und damit erlebten auch die Schiefergruben eine Blütezeit.

Schiefergruben gab es in unserm Raum: 

in Fredeburg, Olsberg, Siedlinghausen, Bestwig-Nuttlar, Silbach, Nordenau und Willingen

Oft haben unsere Schiefergruben eigenartige Namen, in Siedlinghausen die Gruben „Scaevola“, „Krösus“ und „Romulus“. Die Namen entstammen alle der griechischen und römischen Mythologie. Man will damit auf das hohe Alter des Schiefers hinweisen.

In Nordenau hat der Besitzer der Grube auch vor vielen Jahrzehnten den Förderbetrieb eingestellt, er hat aber seine Grube als „Gesundbrunnen“ neu vermarktet. Die saubere und klare Luft im tiefen Schieferberg und das sehr klare und bekömmliche Quellwasser sollen bei Atemwegserkrankungen lindernd und gesundheitsfördernd wirken. Tatsächlich kommen täglich viele Besucher in den Heilstollen, einige sogar immer wieder oder regelmäßig, weil sie sich nach einem 30minütigen Aufenthalt einfach besser fühlen.

Im Sauerland kann jeder Dachdecker noch mit Schiefer umgehen. In Eslohe gibt es eine Fachschule für Schieferhandwerker und so bleibt zu wünschen, dass dieser schöne und beständige Werkstoff noch lange im Sauerland beheimatet bleibt.

 In Museen und Heimatstuben finden wir heute eine bunte Vielfalt von Schieferartikeln für Deko- oder Gebrauchszwecke. Damit soll die Sauerländer Schiefertradition gepflegt werden. 

Schiefer für deutsche Dächer kommt heute aus Spanien. Der Abbau in Deutschland wurde am Ende des 20. Jahrhunderts zu teuer. Spanischer Schiefer ist trotz des Transports nicht nur preiswerter zu haben, er ist auch fester, stabiler und daher dünner zu spalten. Das verringert bei allen anderen Vorteilen auch noch das Gewicht der Dachdeckung.  

Schiefergruben im Sauerland mussten aufgegeben werden. Sie wurden im Laufe der letzten Jahre für andere Zwecke umgebaut. In Siedlinghausen entstand am alten Standort die "Grube", eine Großdisco im Industrielook. In Nuttlar stieg das Grundwasser in Gänge und Schächte. Hier ist ein Taucherparadies entstanden. In Nordenau ist dem Grubenbesitzer die wohl einträglichste Umwandlung gelungen. Er richtete in den kühlen und feuchten Räumen einen "Gesundbrunnen" ein, in dem mittlerweile unzählige Besucher Heilung bei Atemproblemen erfahren.

Hörbeitrag "Sauerländer Schiefertradition", ca. 4 Min.


Video, Ausschnitt aus N24, Schieferabbau in Spanien

Hörbeitrag "Lourdes im Sauerland, Heilstollen Nordenau", ca. 7 Min.


Tanz der Schieferplatten